Am 22. Juli 2025 fand – natürlich in einem Inklusionsbetrieb – nämlich der Kantine Frisch und Fair in Kaufbeuren, der erste Infotreff für schwäbische Inklusionsunternehmen statt. Nach vielen erfolgreichen Infotreffs für Schwerbehindertenvertretungen, Personalverantwortliche und Inklusionsbeauftragte, war es Zeit, den Fokus gezielt auf betriebliche Anleitungs- und Führungskräfte in Inklusionsunternehmen zu legen – mit Erfolg!
Unter dem Titel „Arbeitsbegleitende Betreuung in Inklusionsunternehmen – Möglichkeiten und Grenzen für Anleitungs- und Führungskräfte bei der Umsetzung“ wurden praxisnahe Einblicke, Daten und Erfahrungswerte vorgestellt und diskutiert. Als Impulsgeberin konnte Frau Ingrid Stumpf von der FAF– Fachstelle für Arbeits- und Firmenprojekte Köln gewonnen werden, die mit langjähriger Expertise in der Fortbildung von Inklusionsbetrieben überzeugte.
Ihre lebendigen Praxisberichte und fundierten Impulse sorgten für viele Aha-Momente – und das ganz ohne PowerPoint-Dauerschleife. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie arbeitsbegleitende Betreuung konkret gelingen kann: Von strukturierter Einarbeitung über regelmäßige Mitarbeitergespräche bis hin zu gezielter Personalentwicklung – die Anforderungen sind hoch, die Umsetzung oft komplex. Die vorgestellten Zahlen machten deutlich:
| 84 % der Unternehmen haben klare Einarbeitungsstrukturen
| 91 % führen regelmäßig Mitarbeitergespräche
| 5 % passen die Arbeitsplatzanforderungen individuell an
| 74,5 % bieten gezielte Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeitende mit Schwerbehinderung an.
Doch auch die Herausforderungen wurden nicht ausgespart: 82 % der Anleitenden empfinden ihre Aufgabe als besonders belastend, häufig begleitet von Personalmangel und erhöhtem Betreuungsaufwand. Oder wie es ein Teilnehmer charmant formulierte: „Manchmal fühlt es sich an, als ob man jongliert – mit Kaffeetasse, Telefonhörer und Feuerlöscher gleichzeitig.“ Neben fachlichem Input und ehrlichem Austausch bot der Nachmittag vor allem eins: Vernetzung, neue Perspektiven – und die Gewissheit, dass Inklusion kein Ziel, sondern ein gemeinsamer Weg ist.